Endlich ist unsere Facebook Seite „Michas Clan“ auch neu. Uns geht es dabei nicht um schnelle Informationen, sondern vor allem um Bleibende. Darum packen wir alles in Alben, die nach bestimmten Kategorien zum besseren Zurechtfinden gepackt sind.
Die Seite gibt es hier…

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Ein Salstadtclanartikel

Halles Geschichte hat zwei bedeutende Trümpfe in der Hand, die manchmal ein bisschen in Vergessenheit geraten. Der erste Trumpf ist die Geschichte der Salzstadt von der Jungsteinzeit bis zu den heutigen Halloren. Das sind gut und gern 2000 Jahre, falls nicht noch mehr.  Der zweite Trumpf ist der Kampf der hallischen Bürger um Freiheiten und Autonomie gegenüber dem Landesherrn (Erzbischof), wo natürlich die fast zweihundert Jahre dauernde Hansezeit eine, wenn auch nicht im Hansemaßstab bedeutende, aber sehr wichtige Rolle eingenommen hat.

Doch das Mittelalter ist lange her und der moderne Bürger hat einiges andere heutzutage im Kopf, nur eben nicht die ollen Kamellen. Dabei versucht man sich durchaus in der Geschichte. Da gibt es die rein wissenschaftliche Seite und halt auch die der fahrenden Spielleute.  So will der Hanseverein und seine Hansemagd die Geschichte der Hanse in den Vordergrund rücken und der Salzstadtclan seit neuestem mit seiner Salzmagd der Geschichte des Salzes. Der eine hanseatisch der andere macht in Salz. Beide haben sich die Salzstadtgeschichte auf den Fahnen geschrieben und beide haben ein Maskottchen, die Hansemagd der eine und eben die genannte Salzmagd der andere (beide Kunstfiguren stammen tatsächlich auch aus einer Feder). Beide wollen den Bürgern Geschichte näherbringen und alte Traditionen nicht in Vergessenheit geraten lassen durch Theaterstücke, Vorträge, Ausstellungen und dergleichen. Also ein wenig populär, nicht aber ohne wissenschaftlichen Hintergrund.

Bleiben wir aber beim Salzstadtclan. Die Truppe hat sich aus einem Mittelaltertheater herauskristallisiert und versucht das Heute und Gestern der Salzgeschichte unter die Leute zu bringen. Der richtige und voller Namen des Salzstadtclans lautet „Michas Clan aus der Salzstadt Halle (Saale)“. Der seltsame Name „Michas Clan“ ist dem Leiter der Gruppe geschuldet, der die Stücke schriebt und auch der Salzmagd in diversen Fotogeschichten eingebracht hat. Freilich wurde ihnen der Name von jemand anders zugeflüstert, aber die Gruppe fand ihn recht passend. Am 04.08.2020 gründete sich der Clan und hat mit seinen Mitgliedern von 14 bis 70 schon einiges geschafft.


Das Unternehmen „Salt Rook Shire Horses“ stellte der Gruppe oder besser dem Verein ein Gelände zur Verfügung, wo eine Salzbegegnungsstätte entstehen soll, mit dem bezeichnenden Namen „Zum Salzwinkel“. Dieser Name ist Programm. Nicht nur eine Begegnungstätte entsteht mit mittelalterlichem Ambiente, sondern auch ein Freilufttheater, ein Volleyballplatz (schon fast fertig) und einem Mittelalterspielplatz, wo man dann Spiele kennenlernen wird, die es früher einmal gab.  So wurde die Begegnungsstätte, ein ehemaliger Kindergarten, schon durch Schüler der Gemeinschaftsschule „Heinrich Heine“ entmüllt und beräumt. Fieberhaft wartet der Clan derzeit auf eine Lockerung der Coronabeschränkungen, um dann mit Malerarbeiten und der Ausgestaltung zu beginnen. Möbel und Ambiente bekam die Truppe schon eine ganze Menge von freundlichen Sponsoren. In diesem Jahr soll aus der Gruppe noch ein eingetragener Verein werden, um dann auch Spendenbescheinigungen für Sach- und Geldspenden ausstellen zu können.

 
In der Zwischenzeit stehen die Mitglieder nicht still, sondern proben an Programmen. Im Moment noch jeder für sich oder mittels Homeoffice. Man arbeitet weiterhin an den Internetseiten, die gerade in der Umgestaltung sind und anderen diversen Dingen. Zu den diversen Dingen gehört das zweitgrößtes Projekt des Clans – ein multimediales hallisches Lexikon.  Dort wird man die alten Begriffe nachschlagen können, man wird die Sagen und Videos, die im mittelalterlichen Halle spielen und von der Truppe mit Hilfe des MSW-Welten Verlages produziert werden sich ansehen können. Nicht nur auf YouTube, sondern auch bei diversen Veranstaltungen in zwei Gaststätten in Halle und Halle Neustadt, mit denen Gespräche laufen. Der Clou des Lexikons ist neben Personen- und Begriffslexikon, das Straßenlexikon. Es ist eine Reminiszenz an Schultze – Gallera ist, dem Heimatdichter und -forscher der Stadt, dem man vergessen hat, einen Straßennamen in der Stadt zu spendieren 8es gibt einen Schultze-Gallera Weg in Nietleben, wo er wohnte). Seine Erkenntnisse werden sozusagen multimedial aufgearbeitet.

Das Beste daran ist, dass alle beschrieben Straßen und Gebäude, ob vorhanden oder nicht, mit einer Karte (Open Maps) verlinkt sind, wo man sich die Standorte im Stadtplan ansehen kann.  Als ob das nicht genug ist, arbeitet der Salzstadtclan an einem Salzstraßenspiel, das Ende des Jahres vorgestellt wird. Da geht es von Halle nach Prag und man hat die Aufgabe soviel Geld wie möglich zu verdienen. Fast ein Salzmonopoly, nur ganz anders.

Unterstützt wird die Truppe durch den Verein Alte Salzstraße Halle-Prag e.V., wo der Leiter des Clans selbst Mitglied ist und dem Halloren Bernd Bieler, der die Salzgeschichten bei dem Verein oder Clan gut aufgehoben sieht und aktiv mitmacht. Über Feste bei der Begegnungstätte „Zum Salzwinkel“ unter dem Motto „Salz – früher und heute“ (Arbeitsversion) wird schon laut nachgedacht. 

Apropos Fest! Zu einem solchen Fest, gehören auch Rezepte. Der Clan filmt nicht nur seine Sketche, sondern führt ein Projekt aus früheren Zeiten weiter. „Kochen in alter Zeit“ heißt es und bekam schon eine Neuauflage durch ein Wettkochen in der oben genannten Heinrich-Heine- Gemeinschaftsschule zu Zeiten ohne rigorose Beschränkungen.

Womit wir auch schon fast am Ende des Berichtes sind. Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen, wollen wir doch das Salz in der Suppe sein. Für die Suppe brauchen wir noch ein paar Zutaten. Wer also Ytong oder Ziegelsteine rumliegen hat, Spanplatten oder Styroporplatten den Raum verstellen, Federnutholz übrig sind oder alte Öllampen oder Farbe, vornehmlich weiß, wer Lust hat eine Wand zu besprühen im Sinne der Salzgeschichte, der melde sich bei uns. Material können wir selbst holen und wer noch einen Euro übrig hat, der wird ihn bei uns los, demnächst auch mit Spendenbescheinigung. Jeder Spender wird in der Begegnungstätte namentlich genannt und bekommt eine Urkunde. Bei besonderen Spenden haben wir auch besondere Geschenke, die vom MSW-Welten Verlag in Form von Landschafts-, Pferde-, oder Salzstadtkalender zur Verfügung gestellt werden.

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