Fünf Salzbrunnen hatte die Stadt und seit November 2021 eine Attraktion mehr. Die Künstlerin Maja Graber hat dazu Bronzeplatten geschaffen, die an der Stelle der ehemaligen Solebrunnen liegen.

Bronzeplatte für einen Solebrunnen
Deutscher Brunnen

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Fünf Salzbrunnen kennt die Salzstadt. Fünf? Die meisten kennen nur vier. Den Hackebornbrunnen in der Hackebornstraße, den Meteritz- und Deutsch-brunnen auf dem Hallmarkt und den Gutjahrbrunnen in der Gutjahrstraße. Der Fünfte, sehr kurzlebige Brunnen, stand auf dem heutigen Schulgelände der Gutjahrschule. Beinah schon vergessen wurden die Standorte. Doch die Bachelorarbeit der Tochter des Geschäftsführers der Bohrgesellschaft Herrn Wichmann, dem man die Freude an diesem Tag ansah, recherchierte akribisch nach dem historischen Standort. Schließlich gehört die Bohrgesellschaft zu den Spendern. Dass Herr Wichman denselben Namen trägt, wie einst vor 1000 Jahren ein Bischof, der der Stadt eine Mauer „spendierte“, mag reiner Zufall sein, klingt aber schön.

Die illustre Gesellschaft, die zur Einweihung erschienen war, mit Vertretern der Salzwirker-Brüderschaft, Frau Marquardt und selbstverständlich Frau Maja Grabe, fand, dass die Salzstadt damit in einer durchaus attraktiven Weise gewürdigt werde. Maja Grabe, ist übrigens jene Schweizer Künstlerin, die die dreiteilige Bronzeplatte über das alte Rathaus auf dem Markt schuf. Sie ist auch für eine besondere Einwohnerin in Halle verantwortlich. Eine, die niemals ihren Platz verlässt – die legendäre Frau Roth.
Heute können nur vier „Brunnenreliefs“ angesehen werden, das fünfte Relief, für den Meteritzbrunnen, steht unter einer Würstchenbude. Ein Schelm wer arges dabei denkt, hat doch einst der Sage nach, ein Mädchen sich angeboten, das wohl verdiente Geld zu spenden. So erzählt es Rüdiger Just von der Brüderschaft, der auch bei den anderen Brunnen mit Anekdoten und Sagen aufwarten kann.

Wie durch Zufall erscheint an einem Fenster der Schule (Feininger Gymnasium), wo die Platte des Königsbrunnen liegt, auch die Salzmagd, die schon einen Stadtführer durch die mittelalterliche Stadt mitgestaltet hat. Sie gehört zum „Salzstadtclan“ und der plant einen Videofilm mit historischen Gewändern an eben jenen historischen Brunnenorten zu drehen. Dann werden jene Geschichten erzählt, die heute zu hören waren. Aber erst mal müssen die Feste vorbei sein und der Frühling seine warmen Seiten zeigen. Das Drehbuch ist jedenfalls schon fertig.